RFID

2010

RFID 2010

Von meinem letzten Artikel bis heute, hat sich einiges auf dem RFID „Markt“ getan. RFID taucht, wie ich dies schon 2007 geschrieben hatte, immer öfter in unserem alltäglichem Leben auf. Diverse Beispiele finden Sie im Internet, Sie werden erstaunt sein, wo Sie überall schon den RFID Chip im Einsatz haben, da braucht man garnicht mehr in die Ferne Zukunft von Hollywoodfilmen wie Minority Report zu schauen, wo Plakatwerbung anhand von ausgelesenen Daten der Passanten individuell angepasst wird auf Alter, Herkunft und Jahreseinkommen.

November 2010 wird unter anderem in Deutschland nur noch der neue Personalausweis herausgegeben. Dieser Personalausweis ist nicht nur kleiner, sondern speichert auch unter anderem die Fingerabdrücke des Besitzers und enthält einen RFID-Chip. Genau hier sehen unter anderem Datenschützer ein Problem, denn diesen RFID-Chip kann man unter Umständen auslesen, ohne das es der Besitzer mitbekommt. Somit hat man keine Kontrolle mehr darüber wann personenbezogene Daten von dem Besitzer abgerufen werden und von wem. Denn ob die RFID-Chips hundertprozentig sicher sind, bezweifle nicht nur ich. Datenschützer im ganzen Land raten dazu den neuen Personalausweis in Alufolie einzuwickeln, sodass der RFID-Chip nicht auslesbar ist. Angeblich beschäftigen sich auch schon diverse Unternehmen damit, passende Hüllen für den neuen Personalausweis herzustellen. Am einfachsten lässt sich die Problematik jedoch für den einzelnen vertagen, indem man noch in diesem Sommer einen Personalausweis der alten Variante ausstellen lässt. Dieser ist immernoch noch zehn Jahre gültig.

Wie ich auch schon in einem anderen Artikel erwähnt habe, kommt es bei der RFID Technik darauf an, wie man sie einsetzt. Sicherlich ist es einfacher und schneller wenn man sich mal vorstellt, was der neue Personalausweis alles erleichtert. Allein am Flughafen Frankfurt könnte man eine Zeitersparnis erzielen, die enorm wäre. Man müsste dann nicht mehr den Personalausweis vorzeigen, sondern würde einfach nur durch eine Art GATE gehen und der Sicherheitsbeamte hat auf einen Blick alle personenbezogenen Daten vom Personalausweis ausgelesen. Wenn dann noch das Ticket mit einem RFID TAG versehen ist, wäre auch das Einchecken leichter und schneller. Sie würden als Passagier durch ein Tor (GATE) laufen und die Fluggesellschaft hätte sofort alle Daten vom Personalausweis und vom Flugticket…. keine Wartezeit mehr am Schalter und durch das Auslesen des Personalausweises und des Tickets würde man vielleicht auch etwas mehr Sicherheit am Flughafen erreichen.

Es ist nichts gegen die so genannten Personenkontrollen der Polizei einzuwenden, aber hier weiß man dann, dass man gerade kontrolliert wird und von wem. Bei den neuen Personalausweisen wird das nicht mehr der Fall sein. Technisch gesehen kann man den passiven RFID-Chip auch auf eine gewisse Entfernung auslesen, sodass man im schlimmsten Fall nicht einmal mitbekommt, wenn Datenklau stattfindet.

Letzten Endes läuft die Diskussion darauf hinaus, ob man für ein Mehr an Service und Zeitersparnis bereit ist, Abstriche beim Datenschutz und bei der selbstbestimmten Verwaltung seiner Daten zu machen. Ein demokratischer und transparenter Umgang mit Daten kostet Zeit und Geld – und wer ist schon noch bereit, hier eine langsame Lösung zu wählen?

Veröffentlicht:

Logistik-Blog.org 2010