RFID

Passiv & Aktiv

RFID Passiv & Aktiv

Seit Jahren begegnet mir als IT-Techniker das Thema Datenschutz. Seit ich hier bei Logistik- RheinMain als Informatiker angefangen habe, konnte ich erstmals einen ausführlichen Blick auf das Für und Wider der RFID-Chips werfen.

Wenn man etwas über RFID liest dann meist eher Negatives. Es ist die Rede vom gläsernen Kunden, vom Ausspionieren von kundenbezogenen Daten und vielen weiteren negativen Beispielen.Dabei kann RFID weit aus mehr…. In Zukunft kann es so sein, dass sehbehinderte Menschen in jedem Kleidungsstück einen RFID Chip haben. Über einen Handscanner erhalten Sie so Infos darüber. welches Kleidungsstück Sie gerade in der Hand haben und welches Muster es hat. Dabei könnte RFID auch mitteilen, ob das Kleidungsstück, das derjenige gerade in der Hand hält, auch zur Hose passt… Oder ob man eine zu dem Anzug passende Krawatte trägt. Aus dem Computer ertönt dann die Stimme…. „Diese Krawatte passt nicht zu Ihrem Hemd“.

Dies wäre eine Erleichterung für jeden Sehbehinderten, der dann die Dinge nicht mehr nur erfühlt, sondern sicher sein kann, das richtige in der Hand zu haben. Klar kann RFID mehr. Aber die Frage, die sich stellt ist doch, was machen wir mit den Daten. Der Chip alleine ist ungefährlich und kann verschiedene Abläufe vereinfachen bzw. effektiver gestallten. Der Mensch dahinter ist das eigentliche Problem. Wie bei jeder Technik wird es auch hier die so genannten schwarzen Schafe geben. Die gibt es auch im Internet, in der Immobilienbranche, und so weiter. Hier ist der Gesetzgeber gefragt, der ganz klar vorgeben muss, was erlaubt ist und was nicht. Wahrscheinlich ist, dass Daten, die einmal gesammelt wurden, nicht einfach wieder gelöscht werden – warum auch. Ich denke mal, dass sich RFID im Grunde durchsetzen wird und wir auch im privaten Bereich immer mehr mit dieser Technologie zu tun haben werden.

In Zukunft – im „Internet der Dinge“ – wird es so sein, dass Ihr Kühlschrank die Butter automatisch für Sie über das Internet bestellen wird, wenn diese aufgebraucht ist. Ihr Kühlschrank wird Sie warnen, wenn das Verfallsdatum abgelaufen ist. Viele weitere Dinge werden auf den Endverbraucher zukommen. Da der Mensch an sich bequem ist, wird sich diese Technik wohl schnell verbreiten und nur ganz klare Richtlinien vom Gesetzgeber können hier dem Endverbraucher Sicherheit geben.

Vorzustellen wäre hier zum Beispiel, dass nur passive Transponder zu verwenden sind, die sich nach dem Verlassen des Supermarktes selbst deaktivieren…. Dann würde allerdings das Internet der Dinge – man denke an das Beispiel mit dem ‚denkenden’ Kühlschrank – nicht mehr funktionieren. Egal wie es kommen wird, sicher ist, dass RFID das Thema der Zukunft ist und dass es an der Gesellschaft und an dem Gesetzgeber hängt, was für Daten gespeichert und gesammelt werden und was mit den Daten passiert.

2002 beabsichtigte Prof. Kevin Warwick, Professor für Kybernetik an der britischen Universität Reading, einem elfjährigen Mädchen auf Wunsch der Eltern einen RFID Chip zu implantieren. Auslöser für die Entscheidung war die Angst der Eltern, dass Kind könne entführt werden. Über den RFID-Chip wäre es den Eltern damit möglich gewesen, immer über den Aufenthaltsort ihrer Tochter Bescheid zu wissen. Jedoch scheiterte das fragwürdige Vorhaben, weil Kinderorganisationen dagegen protestierten. Prof. Kevin Warwick, der sich selbst als Cyborg bezeichnet, ist übrigens selbst seit 1998 Träger eines RFID Chips.

Seit 2004 ist auch der VIP-Beachclub Baja in Rotterdam am Thema RFID dran. Bei Besuchen des Clubs brauchen die Mitglieder künftig weder ihren Ausweis einzustecken, noch ihr Portemonnaie mitzunehmen. Auf einem Microchip, der ihnen im Oberarm eingepflanzt

ist, werden nicht nur relevante Personendaten gespeichert: Die Träger können Geld einzahlen und auf ihrem “VeriChip” gutschreiben lassen. Kosten pro Implantat ca. 125,00 €uro. Immer mehr Bereiche werden mit RFID ergänzt und erweitert und somit wird dann auch immer mehr der Endverbraucher in das ganze Thema RFID mit eingebunden. Fakt ist, dass durch RFID auch eine Rückverfolgung der Waren möglich ist und somit auch Straftaten zurückverfolgt werden können.

Die Bundesbank überlegt, ob nicht auch Geldscheine mit einem Chip ausgestattet werden sollen, so könnte man auch Lösegelder oder Gelder aus Banküberfällen immer wieder zurück verfolgen. Auch das widerrechtliche Abstellen von Elektroschrott am Straßenrand würde dann rückverfolgbar sein und die Umweltsünder würden dann auch dafür belangt werden können.

Das Thema RFID ist noch lange nicht ausgereizt – hier werden in Zukunft immer weitere Bereiche erschlossen werden.

Setzt man ein Frosch in ein Topf mit heißem Wasser – wird er direkt wieder raus springen…. Setzt man ein Frosch aber ins kalte Wasser und erwärmt das ganze langsam, wird der Frosch sitzen bleiben bis er gestorben ist….weil er nicht merkt wie das Wasser langsam wärmer wird. Und genauso ist es auch in der Gesellschaft. Wir (der Frosch) müssen nur aufpassen, dass die Temperatur nicht zu heiß wird und rechtzeitig die Temperatur wieder senken.

Es gilt daher auch bei dieser Technik wachsam zu bleiben. Links:

Spiegel Online: Der Mensch 2067 Ohr am Arm, Magnet im Finger

Veröffentlicht:

Logistik-Blog.org 2007